RFT BR25

RFT BR25 – BR25e – BR26 classic – BR2725

Die in den 1980er Jahren von Joachim Kiesler (ME Geithain) entwickelten Boxen der RB 25 Reihe, zählen auch heute noch zu den beliebtesten Boxen in unserem Reparaturservice. Schließlich handelt es sich dabei – mit über 600.00 Stück – um die am meisten gebauten Boxen Deutschlands.

Diese Boxen wurden dann später einige hundert tausend mal von RFT Statron Fürstenwalde in Serie produziert. Die Gehäuse wurden aus einfachem Preßspan gefertigt, was der Klangqualität nicht wesentlich schadet. Die verwendete Gehäusedämmung ist vorbildlich. Die Baßreflexrohre sind ausreichend stabil. Die Bauelemente der Frequenzweichen bieten kaum verbesserungspotenzial. Einzig die verbauten Anschlußkabel sollte man entfernen und durch moderne wertige rückseitig verbaute Anschlußterminals ersetzen. So können endlich hochwertigere (niederohmige) Kabel verwendet werden.

   

RFT BR25 – BR25e -BR26

 

Die BR25, die BR25e und die BR26 classic unterscheiden sich lediglich optisch. Die verwendeten Bauteile und Chassis sind völlig identisch. Klanglich kann man keinen Unterschied ausmachen.

Die Gehäuse der nur kurze Zeit um 1989/90 gebauten BR2725 haben die gleichen Chassis und Frequenzweichen, aber eine schlankere Gehäuseform, Metallrahmen um Chassis und das Bassreflexrohr ist eckig und aus eingeklebter Pappe. Diese lösen sich manchmal vom Gehäuse und klappern dann. Die BR2725 klingen (meiner Meinung nach) ein wenig anders – aber auf keinen Fall besser als die BR25 oder BR26.

restaurierte BR26 classic – in diesem schönen Zustand nur noch extrem selten zu bekommen

Erste Serie aus Geithain

Am seltensten sind die Boxen der ersten Serie, die noch bei Musikelectronic Geithain gebauten BR25 – mit etwas einfacheren Hochtonblenden, L7102 Tief/Mitteltönern ohne geprägte Ringe auf den Membranen und anderen Frequenzweichenplatinen. Auch wurden die Frontgitter mit Filzstreifen gehalten und noch nicht mit Kunststoffrahmen.

RFT BR25 der ersten Serie aus Geithain im Originalzustand, dezent in grau aufgefrischte Membranen und mit neuen Sicken, Gehäuse NICHT nachlackiert – in diesem Zustand nahezu unbeschaffbar und unverschämt teuer

 

ein Paar RFT BR25 vor und nach der Restaurierung

Preise für die Reparatur / Überholung von RFT BR25 und BR26

Sickentausch Tief/Mitteltöner:                   € 38,-   wenn die Chassis ausgebaut eingeliefert werden
Aus/Einbau Chassis:                                     € 5,-  pro Stück (inkl. Test am Meßplatz bei Hochtönern und Test der überholten Boxen)
Erneuerung der Litzen:                                € 8,-  pro Chassis
Austausch Original-Staubkappe L7102:    € 10,-
Reaparatur Hochtöner:                                € 15,-
Boxengehäuse-Überholung:                       € 20-200,-  je nach Aufwand
Einbau Anschlußterminal:                           € 19,-  pro Box
Schwingspule oder Membrane defekt Mittel/Tieftöner = Reparatur nicht möglich, mangels passender Ersatzteile, hier kommt nur der Austausch durch überholten L7102 (wenn aktuell lieferbar) in Frage

Wenn ganze Boxen angeliefert werden, werden nicht nur die einzelnen Chassis überprüft und am PC-Meßplatz gemessen, sondern es werden auch die überholten Boxen einem intensiven Vergleichstest unterzogen. Für diesen Vergleich, haben wir hier von uns überholte BR25, BR25e und auch BR26 classic in unserem reflexionsarmen Hörraum installiert.

RFT BR25 /BR26 Vergleichstest in 10/2021

Die RFT L7101 oder L7104 Hochtöner bedürfen in etwa einem drittel alle Fälle einer Überarbeitung. Bei allen eingelieferten L7102/04 Hochtönern werden von uns die Lötfahnen stabilisiert, sie fallen oft schon bei der geringsten Kraft einfach ab. Eine Reparatur ist möglich, es muss dann aber auch die Verbindung zur Schwingspule wieder hergestellt werden.
Die unter der Gewebe-Kalotten-Membran befindliche Schaumkalotte löst sich in vielen Fällen einfach auf. Diese Brösel fallen in den Luftspalt, der Hochtöner verzerrt nun und die Resonanzfrequenz stimmt nicht.
Wenn alles zerlegt, gereinigt und neu zentriert wurde, läuft so ein Hochtöner wieder wie neu.

Frequenzweichen

Wir hören immer wieder: die Bauteile auf den Weichen sollten einmal überholt werden. Das ist absoluter Blödsinn.

Wir haben hier schon unzählige Weichenbauteile ausgebaut und am Meßplatz überprüft. Wir verwenden mit Absicht kein kleines Multimeter für so eine Aufgabe, sondern ein viele hundert Euro teures Gerät.
Widerstände kann man nur durch extreme Überlast oder erhebliche mechanische Kräfte zerstören – einen defekt sieht man auf den ersten Blick.
Für Spulen gilt das Gleiche. Die Alufoliespulen der BR25/26 sind eine Ausnahme: wenn sich die Mittelbefestigung der Spulen gelockert hat, kann es in sehr seltenen Fällen passieren, dass die Lötanschslüsse (meist in der Mitte) von der Foliewicklung abreißt. Eine solche Spule muss ersetzt (durch ein überprüftes altes Originalteil) oder neu gewickelt werden.
Die verbauten Elektrolytkondensatoren gehen NICHT (wirklich NIE) kaputt.
Lediglich die Kapazität erhöht sich um einige Prozent. Da diese Kondensatoren schon ab Werk bis zu 10% Toleranz aufweisen (auch nach unten), spielt diese nachträgliche Erhöhung eine zu vernachlässigende Rolle. Die Trennfrequenzen ändern sich nur minimal. Praxistests konnten dies beweisen. In Hörtests konnte kein hörbarer Unterschied zwischen Weichen mit perfekt in Toleranz befindlichen Kondensatoren und anderen mit bis zu 10% zu starken Kondensatoren festgestellt werden.

Wenn Sie die Frequenzweichen dieser wirklich guten Kompaktboxen verändert haben wollen, gehen Sie bitte zu Klangmeister. Dort bekommen Sie die Weichen für € 690,- bis € 4200,- „verbessert“.

zerlegte Frequenzweiche einer BR25 und gemessenen Bauteilen

Da die Chassis der L7102/L7113/L7114-Serie schon seit Jahren extrem gefragt sind, werden immer wieder auch nahezu aussichtslose Fälle zur Reparatur angeliefert.
Da es keinerlei Ersatzteile mehr gibt, müssen wir aus alten Beständen Ersatzteile gewinnen. Dies gelingt recht oft, ist aber sehr aufwendig und kostenintensiv.

Aktuell werden hier jährlich einige hundert RFT L7102 Chassis hier repariert. Und natürlich auch viele L7113 (der Mitteltöner der BR50) sowie L7114 (die Tieftöner der BR3750 und BR50)

unterschiedliche Varianten von RFT L7102

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