Lautsprecherreparatur – Hochtöner

Lautsprecherreparatur – Hochtöner-Reparatur – Instandsetzung

Die Reparatur von defekten Hochtönern gestaltet sich oft erheblich schwerer, als die Reparatur von Mitteltönern oder von größeren Tieftönern. Die feinen Schwingspulen sind erheblich empfindlicher für Durchbrennen, ebenso die sehr feinen Zuleitungen vom Lötanschluß zur Schwingspule.
Die Ersatzteilbeschaffung gestaltet sich mindesten genauso schwierig. Kaum ein Hersteller ist bereit, Original-Schwingspulen für die Reparatur zu verkaufen. Oftmals werden Ersatzteile auch von renommierten Markenherstellern nur maximal 10 Jahre bevorratet.

Focal T92K aus FOCAL Temptation

Hier war „nur“ die Schaumstoffsicke um die Kevlar-Gewebe-Invers-Kalotte zerbröselt. Die Hochtöner mussten zerlegt (Magnet und Frontplatte sind verklebt!!!) und gereinigt werden. Die Schwingspule/Kalotteneinheit muss vorsichtig entfernt und von alten Sickenresten befreit werden. Anschließend können die neuen exakt passenden Schaumstoffscheiben (Sicken) verklebt werden.
Der Zusammenbau geht recht schnell, aber die Zentrierung der Schwingeinheit dauert selbst mit modernster Messtechnik seine Zeit. Schließlich soll der Hochtöner seine ursprünglichen Klangeigenschaften wieder bekommen.

In vielen Fällen ist die Reparatur eines Hochtöners nicht möglich, wenn die Spule zum Beispiel durchgebrannt ist. Es ist leider nur in den seltensten Fällen möglich, passende Ersatzspulen zu beschaffen.
Wenn aber „nur“ die Zuleitung von der Lötfahne zur Spule unterbrochen ist, kann eine Reparatur möglich sein.
Infinity Polycell Hochtöner 902-6688 mit defekten ZuleitungenInfinity Polycell Hochtöner 902-6688 mit defekten Zuleitungen: hier konnten zwei Hochtöner instand gesetzt werden indem jeweils die gebrochene Zuleitung ersetzt und wieder vergossen wurde.

Focal T100K Hochtöner mit Schaumstoffsicken, ein aufwendige Reparatur - aber möglich
Focal T100K Hochtöner mit Schaumstoffsicken, vor und nach der Reparatur, ein aufwendige Sache- aber machbar
Focal T92K (aus FOCAL Temptation) vor und nach dem Sickentausch
Focal T92K (aus FOCAL Temptation) vor und nach dem Sickentausch

Ferrofluid

Ferrofluid wurde bis vor einigen Jahren bei Hochtönern in den Luftspalt zwischen Spule und Magnet gegeben. Es soll die Kühlung der Spule erheblich verbessern und mechanische Fehler der Hochtöner korrigieren und den Frequenzgang „harmonisieren“.
Leider wurde nicht bedacht, dass dieses leicht zähe Fluid aus einer Trägerchemikalie und sehr feinen magnetisierten Eisenpartikeln mit der Zeit aushärtet und die Bewegung des Schwingkörpers nach und nach zum Erliegen bringt.
Aktuell wird nur noch in sehr wenigen Hochtönern verwendet.

Das Messdiagramm zeigt deutlich die flache Impedanzkurve eines gut 20 Jahre alten Hochtöners mit bereits etwas aushärtetem Ferrofluid. Der Lautsprecher arbeitet nur noch sehr leise, sein Wirkungsgrad ist stark eingeschränkt. Eine Box mit diesem Hochtöner, klingt sehr arm an Höhen, blass und langweilig.
Die gelbe Kurve zeigt den gleichen Hochtöner (Monacor DT252) mit restlos entferntem Ferrofluid und geänderter Dämpfung hinter dem Diaphragma. Die Resonanzfrequenz hat sich von über 2kHz sehr schön nach unten, knapp unter 1kHz bewegt. Er kann nun endlich wieder Töne ab gut 1kHz abgeben. Auch spielt er wieder recht frisch auf, nicht so zäh und arm an Höhen wie mit dem alten Ferrofluid.

Ferrofluid in den Luftspalt einfüllen

Man kann das alte Ferrofluid in dem meisten Fällen (solange es noch nicht komplett ausgehärtet ist) relativ einfach entfernen, nur ändert sich die Hörwirkung des Hochtöners zum Teil erheblich. Eine innere Anpassung ist nötig, wenn möglich.

Vifa D25TG-01 Hochtöner mit defekter (durchgebrannter) Spule zerlegt
Vifa D25TG-01 Hochtöner mit defekter (durchgebrannter) Spule zerlegt

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